Da gibt es diese schöne Geschichte aus Wanganui, so grossartig, dass man sie kaum glauben kann, als nämlich ein junger Mann einen Radiosender überfallen, den Boss als Geisel genommen, und verlangt hat, man möge zwölf Stunden lang den Muppet-Song „The Rainbow Connection“ spielen.
Kinder, die wie ich mit der Muppet Show aufgewachsen sind, können ihn nur zu gut verstehen, wir verbünden uns im Geiste, vor unserem inneren Auge sehen wir Kermit und all die anderen, Kermit winkt zu uns rüber, ich rufe: “Kermit, du hast da was zwischen den Zähnen!“, aber er hört mich nicht, ich rufe wieder, ich höre meine Mutter sagen, ich solle nicht so laut gegen den Fernseher brüllen, es ist wie früher, wieder rufe ich, umsonst, der Lärm des Trubels ist zu laut, Kermit kann mich nicht hören, wieder meine Mutter, ganz wie früher zu Hause vor dem Fernseher, ach, wer würde nicht auf den Gedanken kommen, dafür einen Radiosender zu überfallen?
Ja, ich hatte eine schöne Kindheit, danke der Nachfrage. Ich war übrigens auch immer das Kind, das beim Kasperletheater als einziger das Krokodil vor dem Kasperle gewarnt hat, jawohl!
Wo war ich? Ach ja, und alles nur wegen einem Song?
Mais natürlaismuse!
Ein Song kann uns überall hin führen, wir denken darüber nach, oder auch nicht, wir tanzen, oder auch nicht, wir wachsen über uns hinaus, sind unbesiegbar, ja, nicht aufzuhalten, er macht uns stärker, denken wir nur an die Szene mit Rocky auf der Treppe, was wäre diese Szene ohne den Song dazu, ein Song ist manchmal alles was wir brauchen, er bewegt uns, für ihn tun wir alles.
Nun, da mein unverschämt sexy Schunkelreisser „Se solo ci sei tu“ bald die Milliardengrenze der Verkaufszahlen durchstösst, habe ich mir gedacht, man könnte die anderen Songs ja auch aufnehmen, und vielleicht ein Album machen, was für ein dreistes Ding der Unglaublichkeit! Und da die Tage baldenst sowieso wieder kürzer werden, scharre ich nun also ein paar Musiker um mich herum, und wir schliessen uns in ein besonders kleines Studio ein- da ist es warm, kann man zu Hause auch Heizkosten sparen- nehmen ein paar Songs auf, häkeln Tischdecken, singen schmutzige Lieder, ach es wird herrlich, was werden wir gelacht haben!
Und vielleicht stürmt irgendwann auch jemand mal einen Radiosender, und verlangt für zwölf Stunden lang einen Dodo Leo- Song zu spielen! Oder auch für zwölf Stunden lang KEINEN Dodo Leo- Song zu spielen. Wie auch immer, ein Song kann uns tatsächlich überall hin-führen... :-)
Cheers!