Mittwoch, 31. Januar 2007

Zum Tod von Karel Svoboda

Gestern habe ich in der Zeitung, in einer kleinen Randnotiz gelesen, dass Karel Svoboda Selbstmord begannen hat. Und das ist eine sehr traurige Nachricht.
Wahrscheinlich wird Svoboda vielen von euch gänzlich unbekannt sein- auf den ersten Blick. Und das will ich jetzt ändern, denn es macht mich traurig, in Zeiten wie diesen, in denen wir in den Medien alles über Frau Hiltons Altaggbewältigung, oder den modischen Ausflüchten irgendwelcher Starlets erfahren, ein so großartiger Künstler wie er so wenig Beachtung geschenkt bekommt.
Karel Svoboda war ein tschechischer Komponist und Songwriter. Sein bekanntester Interpret dürfte der gute Karel Gott sein, dessen sämtliche Songs aus Svobodas Feder stammen. Doch nicht nur das; Svoboda war ebenfalls ein bekannter Theater-, Musical- und Filmkomponist. Wir alle kennen die Titelmusik von „Biene Maja", „Wickie und die starken Männer" oder „Pinocchio". Der bekannteste Film für den er die Musik komponierte, und ich muss zugeben, nur deshalb schaue ich ihn mir zu Weihnachten an, ist wahrscheinlich „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel". Ja, ich geb's zu, ich sehe es mir an. Aber erst seit letzten Weihnachten.
Da ist mir nämlich zum ersten Mal diese Musik aufgefallen und ich war, ich schwöre euch, wenn ihr etwas für klassische Arrangements übrig habt, wird es euch genauso ergehen, sehr beeindruckt. Klar, man könnte jetzt sagen, dass Biene Maja und Wickie oder auch Karel Gott nicht jedermanns Musik ist. Sicher. Doch das muss sie auch nicht sein, oder? Denn darum geht es nicht.
Als Musiker und Songwriter ist es mir wichtig, dass jemand der so unglaublich viele Melodien im Kopf hatte, und es auch noch geschafft hat, sie auf Band zu bringen und so der Welt durchaus etwas hinterlassen hat, etwas mehr verdient hätte, als eine kleine Randnotiz. Und das nicht des traurigen Umstands wegen. Also Leute, wenn ihr demnächst mal zufällig auf einem Kinderkanal Biene Maja, Wickie oder Pinocchio seht, dann achtet mal auf die Musik.
Und wenn zu Weihnachten wieder fünfzehn mal Aschenbrödel gesendet wird, würde es sich schon lohnen, einmal nicht wegzuschalten. Denn die Musik ist es auf jeden Fall wert. Sie ist von Karel Svoboda.