Freitag, 27. Januar 2012

Habemus Tamtam!

Die Welt schien verloren, die Hoffnung schwand, ach, es schien so aussichtslos, um nicht zu sagen; es war kein Land in Sicht, die Sonne schien nicht mehr aufzugehen, die Vögelein- na ja, ich denke, ihr wisst ungefähr, wie schlimm es schien.
Aber dann, wie aus dem nichts, oder dem nix, dem nada, niente, überraschte ich die Welt mit der frohen Kunde, die Aufnahmen für mein Album zu beginnen, und schlagartig schöpfte die Menschheit neue Hoffnung. Obwohl, angesichts des drohenden Weltunter-gangs, hätte mir diese schlaue Idee- ich geb’s zu- durchaus etwas früher in den Sinn kommen können. Nun ja, besser spät als nie, und wenn wiedererwarten die Welt Ende des Jahres doch nicht untergehen sollte, dann wissen wir ja auch alle warum, nicht wahr?

Es war dann also ein Sonntag, Anfang Januar in Gehrden, als Micha, Hervé, PJ und ich uns zum Konklave in Hervés Studio eingeschlossen haben, um zu tun, was die Welt von uns erwartete, während die selbige mit angehaltenem Atem verharrte. Vor dem Haus versammelten sich immer mehr und mehr Menschen, ihren Blick gebannt auf den Kamin gerichtet, in der Hoffnung, es würde bald weißer Rauch aufsteigen, statt dieser grünlich schimmernden, ekelhaft stinkenden, im schweiße unseres Angesichts um uns herum dünstende Rauchfahne, welche direkt aus dem Aufnahmeraum gen Himmel entfleuchte.
Die Stunden vergingen, war es doch schon der zweite Tag der Konklave, unterbrochen nur durch eine kurze Unterbrechung als der Pizzalieferdienst die Pizza lieferte. Leise kroch der Zweifel in die Gesichter der wartenden, auf ein gutes Zeichen hoffende Menschenmassen vor dem Studio, es regnete in Strömen, trotzdem kamen immer mehr, und noch mehr herbeigeeilt, es müssen an die Milliarden gewesen sein, vielleicht sogar Millionen, ich weiß es nicht mehr, ach, allein davon zu berichten, es erschöpft mich zu sehr, ich kann nicht mehr....
Doch nun, siehe da! Nach einer kleinen, stärkenden Beschwörung meines Orakels (in Form eines Grappa) kehrt meine Erinnerung, so klar wie ein Frühlingsmorgen zurück, es ist ein Wunder!

Wo waren wir? Ach ja, der Zweifel. Er kroch, wie schon angedeutet, leise in die Gesichter der Menschen, als es schon zu dunkeln begann, der Wind, der Regen an den Knochen nagte, während Micha klopfte und Hervé zupfte was das Zeug hielt, ich an meiner Gitarre kratzte und ins Mikro keifte, dass einem das Blut in Adern gefror, und PJ schweißgebadet alles dran setzte den Moment, also DEN Moment einzufangen, und aufs Band zu bringen - als!!!- der Rauch sich endlich zu einem weißen, zwar immer noch erbärmlich stinkenden, aber zweifellos weißen Rauch verfärbte, und Vadder PJ auf den Balkon treten konnte, um der orientierungslosen, und doch so hoffnungsvollen Menschheit die erlösenden Worte zu verkünden: “Habemus Tamtam!“(„Wir haben den Groove!“)
Freudetänze, Jubel, spontanes Sackhüpfen und Schuhplattlern, ach, was da alles los war, ja jaaaaah, ach ja! Ja, ja.
Also haben wir nun den Bass und das Schlaggerät auf Band, und nur einige Tage später rückte ich bei PJ im Studio an, um die, mit Abstand großartigsten, ja, um nicht zu sagen, die
das-gitarrenspiel-revolutionierenden Gitarrenspuren einzuspielen. Also, so was hat die Welt ja noch nicht gehört! Jedenfalls war das die weitläufigste Meinung der Leute, die es nicht mehr rechtzeitig geschafft haben, das Studio zu verlassen, bevor ich anfing. Und wenn das mal nicht Großes verheißt! Groooooßes, sag ich da nur, ja, ja.

Tja, es scheint einmal mehr an mir liegen, die Welt zu retten.
Na denn, sorgt euch nicht, ich arbeite dran. Ich freu mich schon auf das Akkordeon, den Bläsersatz und den Chor, die Mandoline und die Gartenschere und den Lockenwickler. Wie gesagt; Groooooßes!

Ciao!

Samstag, 31. Dezember 2011

Im Wald

Jahaaaaa da bin ich wieder, euer fleischgewordene Satzgesang in seiner vollsten Tollkühnheit, so unerschrocken, furchtlos und schön wie eh und je, jawohl, das musste mal gesagt werden!

So kurz vor Jahresende lass ich es mir nicht nehmen, noch einmal meine gefürchteten Grosstaten philosophischer Weisheiten aus den hintersten und dunkelsten Windungen meines überaus genialen Gehirnes heraus zu scheuchen, um sie in die große, weite Welt zu posaunen, welche es ja so nötig hat, und mit angehaltenem Atem meiner Auswürfe erharrt! Recht so!
Also dann, liebe Freunde des nimmerendenden Frohgemuts, lasst uns das Jahr revue passieren, welch schöner Einfall meinerseits, und so überraschend in dieser Zeit des Jahres, ja wahrlich, welch eine Anwandlung an Erleuchtung!

So nun denn, es war mal wieder ein Jahr in dem sich die Ereignisse beinahe überschlagen haben, was haben wir wieder für Abenteuer überstanden, Seite an Seite, wir haben uns gefreut und gefürchtet, gelacht und geheult, gestunken und gelogen.. Na ja, wie auch immer, einst irrte ich durch das himalyische Hochgebirge auf der Suche nach Erleuchtung und Jaspa Sharpa, ich habe mich der Befragung des Orakels gestellt, eine Herausforderung welcher nur die tapfersten und mutigsten Helden gewachsen sind, ich verwandelte mich- und das mehrmals- in ein Wermops, erschuf einen Klon, der ein Konzert gespielt hat, wendete während meiner mehrmaligen Erdumrundung in meiner einmannbemannten Rakete eine Beinahkollision mit einem Meteoritenfeld ab, wurde in der von mir erfundenen Sportart des quasiastischen Stolperns als Champion aller Klassen gekürt (und zwar von mir selbst), ich katapultierte meine linke Hand, als einziger Mensch überhaupt, während des einzigen Gitarrensolos das ich kann, meine linke Hand also, beschleunigte ich glatt durch die Schallmauer, was mit einem lauten Knall begleitet wurde, und eine verdutzte und, ob meines Mutes geschockte Reaktion des Publikums heraufbeschwor, die sich dann aber schleunigst in eine enthusiastische Liebesbekundung des ebengesagten Publikums umschlug, welches mich anschliessend geschlossen heiraten wollte.
Ich zierte mich auch nicht, der Welt in schwierigen Stunden mit allweisheitlichem Rat zur Seite zu stehen, denn schließlich wird sie ja bald mir allein gehören, da schadet es nicht, sie schon mal auf den richtigen Pfad zu führen, und etwas Einsatz zu zeigen,
nicht wahr?
Von den ganzen Preisen und Auszeichnungen, Bambis und Dumbies, "Sexiest man alive" und den zahlreichen Nominierungen für Nobelpreise aller Art ganz zu schweigen, ach ich Dampfwalze des freigeistigen Scharfsinns und Mutter aller Kreativität!

Ja, es war ein eher ruhiges Jahr. Und deshalb fängt das Neue auch mit einem Paukenschlag an, jawohl!!
Geritten von meiner Gruseligkeit werde ich nämlich im Januar Michael Wolpers, Hervé Jeanne und Peter Jordan entführen und als Geiseln im Studio festhalten. Ich werde sie dazu zwingen meine Songs zu spielen, damit ich endlich, endlich mein grosses Werk vollenden kann, mein Album(Donnergeräusche)!
Und ich werde sie mit den ungeheuerlichsten aller Grausamkeiten bedrohen, mit selbstgeschriebenen Gedichten wie diesem hier nämlich:

Im Wald

Ein Uhu! – Juhuu!
Ein Reh! – Juhee!
Ein Gnu! – Nanu?

Ja, da könnt ihr mal sehen, zu welch scheuerlichen Taten ich fähig bin. Wer würde dabei nicht irgendwelche Töne von sich geben, geschweige denn das dringende Bedürfnis verspüren, auf irgendwas drauf zu klopfen?
Und davon hab’ ich noch eine ganze Kiste voll, ua ha ha ha ha ha haaaaaaa!
Da kommt was auf die Welt zu, im nächsten Jahr. Ich freu mich. Ihr euch doch auch?

Andale, andaleeeeeeeeeeeee!!!!

Samstag, 5. November 2011

Guter Plan!

Wie soll ich es ihm bloss sagen? Er wird es nicht verstehen, kann er ja gar nicht, wie denn auch? Und wann? Wann soll ich es ihm am besten sagen? Wenn er gut drauf ist, auf dass sich seine Laune nicht so dramatisch verschlechtern kann? Oder wenn er sowieso schon genervt ist. Am besten von mir, dann weiss er gar nicht worüber er sich nun mehr ärgern soll, dann kommt er vielleicht durcheinander, und in diesem Durcheinander liegt vielleicht meine Chance. Oder bei einer Nacht-und-Nebel-Aktion? Ja, das ist gut! Dann schmiere ich mir schwarze Farbe ins Gesicht, und stell mich neben sein Bett und rufe es in die Nacht hinein: “Vater! Oder Mutter, ich weiss es nicht so genau, es ist dunkel und ich hab schwarze Farbe im Gesicht, die läuft mir in die Augen und das brennt, deswegen muss ich mich beeilen, wo war ich? Ach ja, ich will Deine, von Deiner eigenen Hände Arbeit erschaffenen Wanderzottelmanufaktur nicht übernehmen, ich weiss, Du hattest es so geplant, aber ich habe andere Pläne mit meinem Leben! Nun geh ich aber wieder ins Bett, besten Dank für die Aufmerksamekeit, gute Nacht!“

Ach, hat man es nicht schwer, all die Erwartungen deren Menschen zu erfüllen, die man selber gar ist? Nun ja, also meistens ist man ja sowieso nur Einer- also all die anderen Menschen, die man nicht ist, ist man ja von vornherein nicht...ach, ihr wisst schon.
Man kommt so nichtsahnend auf die Welt und zack! –schon geht’s los: „Das wird alles Dir gehören!“ - „Was denn?“ - „Wie?“ - „Was?“ - „Wie was?“ – „Was? Wie?“ – „Was?“ – „Hä?“ nun ja, Vater-Sohn-Gespräche, ihr kennt da ja sicher.

Kinder oder Tiere, den Erwartungen und Träume der Eltern, oder Frauchen und Herrchen ausgesetzt, welche diese sich niemals selber erfüllen können. Das erinnert mich wieder an diese zahllosen Hundeausstellungen an die meine Eltern mich immer mitschleppten. Und da wir keinen Hund hatten, wurde ich kurzerhand zum Familien- und Austellungshund erkoren. Ich habe zwar nie etwas gewonnen, gegen den Pudel und die Kampfdogge hatte ich nun mal keine Chance, doch meine Eltern gaben nicht auf. Die Enttäuschung über mein Versagen versteckten sie unter guten Zureden. Ich wäre halt als Hund nicht so gut, aber sie würden mich trotzdem lieben, warfen mir einen Knochen irgendwo hin (ich hab nie danach gesucht) und tätschelten meinen Kopf. Ja, welch schöne Kindheitstage!
Um davon wegzukommen, braucht man einen guten Plan. Wie der mit der schwarzen Farbe im Gesicht, das klingt nach einem guten Plan. Oder etwa nicht?
Ein Plan übrigens, liebe Freunde des kaukasichen Hüpfhuhns, empfiehlt sich stets zu haben, man braucht ihn beispielsweise, um davon abweichen zu können. Man stelle sich nur vor, man möchte abweichen, und hat kein Plan! Wovon denn?
Ob ich einen habe? Einen Plan? Immer! Unmengen habe ich, ich weiss überhaupt gar nicht mehr, zu was, welcher Plan gehört, geschweige denn, ob es sich um einen Plan für einen Plan handelt, oder doch schon um den Plan als Solches, ihr seht, man kommt schnell durcheinander, ob mit, oder ohne Plan.
Auch Nereus hat einen Plan. Nereus ist ein U-Boot, welches zum tiefsten Punkt der Erde, dem Mariannengraben tauchen soll, und dabei seine Befehle von seinem Mutterschiff Kilo Moana, über ein 40 Kilometer langes Glasfaserkabel empfängt. Die Wissenschaftler und Techniker jubeln und sind ganz aufgeregt und hibbelig. Doch fragt sich niemand, ob Nereus das überhaupt gefällt, da unten in mehr als 10'000 Metern Tiefe im Sand rum zu kratzen? Falls sich das Kabel verheddern, zerreißen, oder von einem größeren Fisch zerbissen werden sollte, sei Nereus „intelligent genug, um zu merken, wann die Verbindung zum Mutterschiff abgerissen ist.“ Das ist ja schon mal gut zu wissen. Dann nämlich, starte er Plan B und kehre selbständig zur Oberfläche zurück.
Oder!!! Er startet seinen geheimen Plan C, und wandert selbständig nach Australien aus, seinen langersehnten Traum zu verwirklichen, und Surflehrer zu werden. Oder Känguruhfarmer. Nur so, falls er abweichen müsste.

Ja Honk!

Dienstag, 18. Oktober 2011

Occupy! Uns selbst?

Es ist schon etwas ungewohnt, oder? Da gehen plötzlich Leute auf die Strasse um zu demonstrieren, es werden immer mehr und mehr, in immer mehr Städten der Welt, man sieht sie plötzlich in der Tagesschau oder liest davon in den Zeitungen.
Erst sind sie noch weit weg, am anderen Ende sozusagen, doch seit dem letzten Wochenende passiert es direkt vor unserer Tür, wir sind live dabei, wir können es spüren, wir spüren dass.... Ja, was eigentlich?
Ich muss gestehen, dass ich etwas irritiert bin. Nicht dass man mich falsch versteht, nicht irritiert deswegen, weil Leute auf die Strasse gehen, um sich Gehör zu verschaffen, nein, im Gegenteil. Mich irritieren eher die Hintergründe. Na ja, warum gehen die Leute auf die Strasse? Warum sind sie unzufrieden, ja sogar empört? Und warum erst jetzt?
Man hört, dass diese Unzufriedenheit ihren Ursprung in der Verlogenheit und Gier der Banken und der Banker habe, die auf dem Rücken der Bürger deren Geld verjubeln. So stand es ja auch auf diversen Schildern, „Ihr verjubelt unser Geld“ und Begriffe wie „Bangster“ oder „Class War“. Letzteres wohl bezogen auf den Unmut über die Ungerechtigkeit in der Finanzwelt, in der die Reichen immer reicher werden, und die Armen immer ärmer.
Es kommt mir ein bisschen so vor, als wäre das eine neue, gerade erst aufkommende Entwicklung, die uns alle überrascht. Dabei ist es doch vielmehr so, dass unser gesamtes System, die Art wie wir Leben und was wir für normal halten genau darauf basiert, oder etwa nicht? Warum also erst jetzt?

Vielleicht, weil wir die Ungerechtigkeit erst jetzt zu spüren kriegen, und zwar dadurch, dass unser Geld flöten geht? Wir dürfen nicht vergessen: Global gesehen sind wir die Reichen, wir sind die Banker, die auf dem Rücken der Armen immer wohlhabender und immer größer wurden.
Für uns ist es normal, alles zu bekommen, was wir wollen. Unser Interesse gilt dem Konsum, der alles was wir erschaffen, wofür unsere westliche Welt steht am Leben erhält. Wir können uns alles leisten, wir brauchen nur in unsere Shopping-malls zu gehen, es liegt alles da. Wenn es unser Fernseher nicht mehr bringt, pilgern wir einfach zu Media Markt und „holen“ uns einen neuen. „Kostet ja nix mehr, das Zeug!“ Wir erfreuen umso mehr einer gekauften Sache, je weniger wir dafür bezahlt haben, statt ihren Wert zu schätzen. So nimmt der Kreis seinen Lauf, wir wollen immer möglichst wenig für etwas geben und vergessen dabei jedoch, dass sich dieser Kreis irgendwann schließen wird, und wir den Effekt ebenfalls spüren. Dazu werden wir auch noch angehalten, mehr zu konsumieren, weil das unsere Wirtschaft stärkt, und es uns somit allen besser geht. Doch zu elchem Preis? Es würde doch niemand auf die Idee kommen, das alles zu hinterfragen, sich zu überlegen, ob unser Wohlstand vielleicht nicht doch darauf basiert, dass es irgendwo, an einem anderen Ort, anderen dafür schlechter geht.
Erst jetzt, wo der Bumerang zurück kommt.

Und nun? Die Suche nach einem Schuldigen war wieder mal kurz. Aber, machen es wir uns nicht zu leicht, in dem wir einfach die Banken an den Pranger stellen? Schließlich und sind sie auch nur ein ausführendes Organ eines Systems, welches unsere Gesellschaft für optimal empfunden hat. Jedenfalls, solange sie sich daran bereichern konnte.
Und natürlich sind die Rufe nach Gesetzen, nach Politikern, die etwas unternehmen, auch jetzt wieder sehr schnell, sehr laut geworden. Doch, brauchen wir Gesetze und Politiker, die uns sagen, was wir zu tun haben? Müssen wir nicht selber Verantwortung für unser Handeln übernehmen, statt sie immer wieder bei anderen zu suchen? Wir sollten doch durchaus in der Lage ist, unsere Umgebung wahrzunehmen und dementsprechend zu handeln. Vielleicht gelingt uns ja der Wahnsinnsakt, uns selbst kritischer zu beobachten. Wer weiß, vielleicht fällt uns ja noch so einiges auf.
Wenn wir also dieser Tage auf die Strassen gehen, oder uns mit Nachbarn darüber unterhalten, sollten wir nicht vergessen, wer wir sind.

Donnerstag, 1. September 2011

Dodo Leo live! Freitag, 30.9.2011, Café Lohengrin. Denkwürdigster Rekordversuch!

Unlängst habe ich von Totilas gelesen. Totilas ist ein Hengst, der teuerste und beste und schnellste und schönste und überhaupt und sowieso! Zu seinen Vorzügen gehört es, dass er, wie kaum ein anderer Hengst über Stangen springen kann, und dabei das Kunststück schafft, seinen Jockey unterwegs nicht zu verlieren. Totilas hat immer gewonnen, er ist unschlagbar, das erhöht natürlich den Druck, und der geht auch an einem Hengst nicht spurlos vorbei, oh nein! Alle warten darauf, dass er versagt, jedes mal, wenn er gewinnt, erhöht sich der Druck und noch mehr als vorher, erwarten alle den Einbruch, damit sie es endlich hinausrufen können, solange liegen ihnen diese Worte schon auf der Zunge: Ein Desaster! Was für ein Desaster!

Und damit kommen wir zu einem anderen, unzähmbaren, alles überragenden Hengst, auf den der Druck fast schon übermenschliche Kräfte ausübt- zu mir, jahaaaaa !!!
Ich werde nämlich am Freitag, dem 30. September um 20 Uhr im Café Lohengrin zu einem denkwürdigen Rekordversuch antreten, bei dem ich versuchen werde, meine linke Hand während des einzigen(!) Gitarrensolos des Abends, auf eine Geschwindigkeit jenseits der Schallmauer zu katapultieren! Ja, es ist der Wahnsinn schlechthin, woher bekommt dieser irre Typ bloß immer diese Einfälle, diese waghalsige Tollkühnheit in Person?!
Allerdings könnte es sein, dass sich bei einem glorreichen Gelingen meines Versuches, ein riesiges schwarzes Loch auftut, das uns alle verschlingen wird. Wir können aber ganz beruhigt sein, denn davon würden wir glücklicherweise nichts mitkriegen, da wir zu diesem Zeitpunkt längst implodiert wären. Deshalb sollten wir diesen lächerlichen Umstand nicht unnötig aufblasen, auch damit wir nicht zu enttäuscht sind, falls hinterher überhaupt gar nichts passiert, und die Welt sich einfach weiter dreht.
Ich bin jedenfalls ziemlich zuversichtlich, dass entweder das eine, oder andere passiert, und ich auf jeden Fall in die Geschichtsbücher eingehen werde, und fahre, wie geplant mit meinem Training in meiner selbst gebastelten Zentrifuge fort.
Doch was, wenn ich versage? Wenn es mir nicht gelingen sollte, ein weiteres Kapitel in der Geschichte der Menschheit zu schreiben? Wenn es einfach nicht klappt? Ich bin ja schließlich keine Maschine- nun gut, ein Übermensch zwar, sicher- aber keine Maschine!

Bei Totilas ist es passiert- er hat versagt, und das, ausgerechnet bei einer Europa-, oder Weltmeisterschaft, oder beides, ich weiß es nicht so genau, es ist doch auch völlig egal, jedenfalls hat er nicht gewonnen.
Danach gab es Stimmen, die meinten Pferd und Reiter passten einfach nicht zusammen, das Pferd hätte dem Reiter nicht gehorcht. Tja, was soll man da machen? Andere sprachen davon, die zwei hätten einfach zu wenig Zeit zusammen gehabt, zu zweit. Um sich vorzubereiten, und so hätte das Unglaubliche seinen Lauf genommen, und entwickelte sich zu einem wahren Desaster.
Was für ein Desaster!!
Also verbringe ich ab sofort noch mehr Zeit im Übungsraum, zusammen mit meiner Gitarre, um uns vorzubereiten auf das was kommt. Denn wir passen ganz hervorragend zusammen, wir sind ein Herz und eine Seele, oder Pferd und Jockey, oder Bock und Mist oder was auch immer, und wer wem, wann nicht gehorcht, wird man im Leben nicht mehr rausfinden.

Selbst nach den Gründen seines Versagens gefragt, meinte das Pferd, es wäre schließlich auch nur ein Mensch.


Yipiiieeeh!

Donnerstag, 25. August 2011

Champion aller Klassen!

„Herr Leo, wieso sind sie eigentlich so schön?!“ Ach, wie oft musste ich diese Frage schon beantworten, „Sie sind ja sooo schön!“, heisst es dann immer (seufz), „wie machen sie das bloss?“ Jedes mal, wenn ich irgendwo bin, wenn ich in die Bahn steige, einkaufen gehe, oder- ja, sogar wenn mich die Grenzpolizisten, mal wieder als Einzigen(!), dazu zwingen den Inhalt meines Gepäckes auf den Gängen im Zugabteil zu verteilen- selbst dann; „Oh, sie sind ja noch viel schöner als auf dem Passfoto- und das ist schon sooo schön!“
Nun, ich werde es erläutern, ja, hier und jetzt lüfte ich das Geheimnis meines blendenden Aussehens, um der Menschheit endlich Gewissheit zu verschaffen, über eines der letzten, noch ungeklärten Rätseln unserer Zeit! Es ist: Sport.
Tja, was soll ich sagen? Ich renne – na ja, rennen nicht direkt, mehr so... laufen. Tja nun, laufen eigentlich auch nicht so richtig, eher joggen vielleicht. Ja, ich jogge also, und zwar mehrmals die Woche - nun ja, eigentlich kann man das auch nicht so wirklich joggen nennen, mehr so eine Art... Stolpern- ja, das trifft es ganz gut, denn es ist schwierig diese waghalsige Sportart zu beschreiben, in der man sich Geschwindigkeitstechnisch in Sphären befindet in denen ein normaler menschlicher Körper zu implodieren droht, mein Körper aber erst so richtig zur Höchstform aufläuft.
Doch wie kann man sich diese Geschwindigkeit noch besser vorstellen?
Vielleicht wenn ich erzähle, was gestern geschah: Ich bewegte mich also voll in Action, die Luft brannte, der Boden staubte, ich so richtig gut drauf, merkte, dass es heute, also gestern, laufen, also stolpern würde wie geschmiert, ich gab weiter Gas, es zischte und heulte während ich mich dem Siedepunkt der Geschwindigkeit näherte, Schweissperlen auf der Stirn und ein kaltes Lächeln im Gesicht, als das unfassbare geschah: Eine Krähe landete direkt auf meiner Schulter!
Wie sollte ich reagieren? Sollte ich heulen vor Scham, ob meiner Langsamkeit? Sollte ich mich verkriechen, und mich niemals, niemals wieder trauen, auch nur daran zu denken, eine Runde um den Maschsee zu laufen, nur weil die anderen Läufer mich schon für eine Statue hielten, und Hunde hie und da dem Versuch kaum widerstehen können, mich zu markieren?
Es gibt nur eine mögliche Antwort darauf: Ich jubelte mir selber zu! Jawohl, ich Lichtgestallt aller Verwegenheit habe eine eigene Sportart erfunden! Fortan nenne ich mich Champion aller Klassen im quasistatischen Stolpern. Ich habe noch nie jemanden überholt, was meine Überlegenheit in dieser Sportart geradezu grotesk erscheinen lässt! Und nun denke ich ernsthaft darüber nach, diesen Sport professionell zu betreiben, mir Sponsoren zu suchen, ich bin ein echtes Talent, ich könnte eine Legende werden, könnte Milliarden verdienen, vielleicht sogar Millionen! Ich könnte die Welt beherrschen – wenn auch nur die Welt des quasistatischen Stolperns, aber hey, immerhin!

Ich werde darüber nachdenken, wie sich diesen Plan in die Tat umsetzen lässt, doch nun muss ich los, die Wäsche ist fertig. Während ich sie im Garten aufhänge, werde ich ein Liedchen summen und zwischendurch immer wieder lauthals hinaus lachen, ob meiner Genialität und Schönheit ha ha ha haaaaaaa!
Die Nachbarn werden erst die Fenster, dann die Läden schliessen, die Kinder rein holen und dann wird es ganz leise sein, nur mein Summen wird zu hören sein, und das poltern meines Holzbeins, während ich mich, Pfeife rauchend an den See schleppe, wo ich nach ihm suchen und ihn finden werde, diesen weissen Fisch, der überhaupt gar kein Fisch ist, mir aber frecherweise mein Bein abgebissen hat, und damit auf und davon geschwommen ist, sich seither versteckt, dieser Feigling!
Doch ich werde ihn jagen bis ans En- oh, ich muss los, sonst besetzt Frau Lose wieder die Wäscheleine im Garten, und ich muss mich wieder in meine Wäsche wickeln und im Garten rumrennen, um sie zu trocknen...
Mit diesem verstörenden Bild empfehle ich mich!

Montag, 18. Juli 2011

Mehr als eine Erdumrundung!

Diesen Monat melde ich mich etwas später, der geneigte, möglicherweise schon etwas panische Leser meiner beispiellosen schriftlichen Eruierungen wird es bemerkt haben, was daran liegt, dass sich meine erste einmannbemannte Erdumrundung
etwas- nun ja- unverhofft verlängert hat, als ich erst meine TB-Unit, (Thunderbeam-Unit, deutsch: Donnerbalken-Modul = Lokus), aufgrund akuten Mangels an Klosteinen, absprengen musste, und mich dann genötigt sah, mich selbst in das UBM-Modul (Unité de Brusque Misère, deutsch: Nunabermalschnelldarein-Modul) zu evakuieren (wobei besonders darauf zu achten ist, dass sich auch 100 % der Besatzung -1 Person- in der eben genannten Einheit befinden, bevor die Luke geschlossen wird), weil ich mich auf Kollidierungskurs mit einem Meteoritenfeld, etwas östlich des Sternbildes Omega-52 BG befand, was sich aber glücklicherweise dann doch nur als Reste von meinem Puddingnachtisch des vorigen Abends herausstellte, welcher noch an der Windschutzscheibe klebte, weil ich einem Ulg-Orbitalen Marsschwein ausweichen musste, welches mir noch dann auch noch den Mittelfinger entgegen streckte, die blöde Sau.

Ansonsten war mein Ausflug selbstverredlichst von monumentalster Bedeutung! Sämtliche Experimente, wie zum Beispiel die Studie der Lernfähigkeit einer Kleinkolonie von stepptanzwütigen Waschbären in der Schwere-, sowie Sinnlosigkeit konnten zur vollsten Zufriedenheit aller Besatzungsmitglieder (1 Person) durchgeführt werden, worauf die gesamte Besatzung (1 Person) dies mit ausgiebiger Ausgelassenheit begossen hat, was zur Folge hatte, dass meine Rakete geschätzte drei Tage führerlos im Weltall umherschwirrte, ehe sich die Besatzung (1 Person) wieder erholt hatte, und die TB-Unit aufsuchte, um sich mit Klosteinen „Strawberry Sense“ wieder frisch zu machen, was, wie schon erwähnt damit endete, dass die TB-Unit abgesprengt werden musste, da keine Klosteine mehr übrig waren.
Die Resultate meiner Experimente werden übrigens in Kürze der Weltöffentlichkeit vorgestellt, für Verwunderung, ja wenn nicht gar für Entsetzen sorgen, unsere bisherigen Theorien in Frage stellen, und mir zweifellos (schon wieder) einen Nobelpreis einbringen!
Hier ein kleiner Vorgeschmack: Es gibt überhaupt keine Rückseite des Mondes. Er ist nämlich hohl, und außerdem nur eine Halbkugel, auf deren Rückseite man in die Selbige hineinblickt, in das Negativ des Mondes, sozusagen, worin Milliarden wuseliger, kleiner roten Elefanten mit gelben Regenschirmen tanzen. Doch daran erinnere ich mich nur schemenhaft, das könnte während der ausgiebigen Begießung gewesen sein... Wie dem auch sei, die Resultate werden schockierend sein!

Währenddessen habe ich mit grosser Freude vernommen, wie äußerst famös mein Klon sein Konzert im Kulturpalast hinter sich gebracht hat, wie stolz mich das macht, brauche ich ja nicht extra zu erwähnen. Obwohl mir auch zu Ohren gekommen ist, er hätte sich darüber beschwert, dass ich zu keiner vernünftigen Kommunikation mit ihm in der Lage wäre, diese alte Schnattergans, wenn ich den erwische, dann werde ich uuffff! und ich werde so was von arrrgh! und überhaupt und sowieso!
Nun, diese Unterstellung weise ich entschieden zurück und schließe ihre Herkunft auf den Umstand hin, dass Klonemann es mir übel nimmt, weil ich ihn in seinen Bemühungen der größte Ausdruckstänzer aller Zeiten zu werden, seiner Ansicht nach nicht genügend unterstützen täte. Ha! Das ich nicht lache, ha haaaa! Wer hat ihm denn das Video „Ausdruckstanz- Du bist ein Baum, ich bin ein Baum- sind wir nun ein Wald?“ besorgt? Sein Ausdruckstanz am Konzert soll einfach herzergreifend gewesen sein. Vielleicht hat er ja wirklich Talent?

Na ja, wie auch immer, jedenfalls freue ich mich sehr darüber, dass das Konzert so schön wurde, was für mich bedeutet, dass ich mich weiteren, gefährlichen Abenteuern, zu welchen sich nur die mutigsten, schrecklosesten, ja gradezu tollkühnsten aller Helden trauen, auch nur darüber nachzudenken. Jawohl, und als nächstes fahre ich nach Süditalien, mit dem Zug. Ich kenne Leute, die schütteln sich allein beim Gedanken daran!

Bis unlängst!